Rechtliche Aspekte

Vergewaltigung und sexueller Missbrauch

Die Worte „Vergewaltigung“ und „sexueller Missbrauch“ werden in der Alltagssprache oft gleichbedeutend verwendet. Rechtlich gesehen ist das nicht ganz richtig.

Richtig daran ist: Beides sind schwere sexuelle Gewalthandlungen, die gesetzlich verboten sind. Beides sind also Straftatbestände, die als sogenannte „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ unter Strafe gestellt sind.

Das Strafrecht unterscheidet dann aber zwischen beiden Gewalthandlungen:

Nach dem Strafgesetzbuch (StGB) § 177 liegt eine „Vergewaltigung“ vor, wenn jemand eine Person zu einer sexuellen Handlung zwingt und mit einem Körperteil oder einem Gegenstand in eine Körperöffnung dieser Person eindringt und dabei Gewalt anwendet, gefährliche Drohungen ausspricht oder eine hilflose Lage ausnutzt.
Andere sexuelle Kontakte, zu denen jemand eine Person unter Gewalt, durch Drohung oder Ausnutzung einer hilflosen Lage zwingt, werden im Strafrecht „sexuelle Nötigung“ genannt. Manche sexuelle Übergriffe können rechtlich auch ganz anders eingestuft werden, z. B. als „Beleidigung“.
Die strafrechtliche Einordnung und das eigene Empfinden klaffen manchmal weit auseinander.

Wenn ein Kind unter 14 Jahren von einem Jugendlichen ab 14 Jahren oder einem Erwachsenen zu sexuellen Handlungen gezwungen wird, spricht das Gesetz von „Sexuellem Missbrauch von Kindern„.
Dabei muss derjenige, der dem Kind diese Handlungen aufzwingt, keine Gewalt anwenden oder androhen. Sexueller Missbrauch liegt bereits dann vor, wenn jemand die Abhängigkeit und das Vertrauen des Kindes für sexuelle Zwecke ausnutzt.

Leider ist das Strafgesetzbuch sehr kompliziert und es gibt noch viel mehr Unterscheidungen, die vor Gericht wichtig werden können.
Wenn Sie überlegen, eine Strafanzeige zu stellen oder bereits Strafanzeige erstattet haben, sollten Sie sich daher in jedem Fall durch eine Rechtsanwältin/einen Rechtsanwalt beraten und vertreten lassen.

Eine Strafanzeige bei „Sexuellem Missbrauch“ und „Vergewaltigung“ kann nicht zurückgezogen werden.
Mehr Informationen über die Verjährung dieser Straftaten und zur Strafanzeige

Die NOTRUF-Mitarbeiterinnen können Sie dabei unterstützen, Ihre Entscheidung für oder gegen eine Strafanzeige zu treffen.
Sie können Ihnen helfen, einen erfahrenen Rechtsbeistand zu finden.
Die NOTRUF-Mitarbeiterinnen bieten Ihnen auch an, Sie mit Informationen, Beratung und Begleitung während des gesamten Ermittlungs- und Strafverfahrens zu unterstützen.
Mehr zu den NOTRUF-Hilfsangeboten

Frauen NOTRUF

040-255566

Suche

Sexualisierte Gewalt

Die Würde des Menschen ist unantastbar.
(Artikel 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland)

Öffentlichkeitsarbeit

Neben der Beratungsarbeit gehört die Öffentlichkeitsarbeit zum Konzept des NOTRUFs für vergewaltigte Frauen und Mädchen e.V..